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Seit Anfang April 2003 erhalten Verkehrsteil-
nehmer die ersten Informationen über die aktuelle Verkehrslage
inklusive einer Routenempfehlung bei
Staus. |
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Für Verkehrsplaner sieht München aus wie Zwiebelringe, wie
man sie als Garnitur vom Obatzten kennt: Von außen nach innen
schmiegt sich Ring an Ring als harmonische Naturgeometrie, die sich
Stück für Stück auseinander nehmen lässt, bis
man die Mitte erreicht hat.
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Weniger harmonisch geht es allerdings zu, wenn man
als Autofahrer die echten Verkehrsringe benutzt, um das Herz Münchens
zu erreichen. Erst gilt es, die Staus des Autobahnrings zu überwinden.
Dann, im Norden, die des Frankfurter Rings, gefolgt von denen des
Mittleren und des Altstadt-Rings.
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Seit dem 9. April stehen den Verkehrsteilnehmern nun an zwei Standorten
im Osten und Westen Münchens von MOBINET entwickelte Informationssysteme
für die Fahrt in die Stadt zur Verfügung. Sie liefern aktuelle
Informationen über den Verkehrszustand Autobahnen und städtischen
Straßen. "Die Autofahrer werden unterstützt, den Übergang
vom Fernstraßennetz zum Stadtstraßennetz besser zu bewältigen
und schneller und sicherer in die Stadt zu gelangen", erklärt
Professor Dr. Hartmut Keller von der Technischen Universität
München. Eine präzise Angabe über die schnellste Route
mit dem geringsten Verkehr in das Zentrum wurde bislang nicht gemacht.
Auch ortskundige Verkehrsteilnehmer können meist nicht abschätzen,
zu welcher Tageszeit die schnellste Route ins Zentrum zu finden ist,
welche Großveranstaltung die Straßen gerade verstopft
oder welcher Weg auf die andere Seite der Stadt im Moment der beste
sein könnte.
Schneller in die Stadt
Die MOBINET-Forscher entschärften diese Situation nun mit neuen
Anzeigentafeln, die als Pilotprojekte ihre Nützlichkeit unter
Beweis stellen müssen: Die NetzInfo-Tafel zeigt Autofahrern,
die auf der A 94 aus Richtung Passau in die Stadt einfahren, vor dem
Autobahnkreuz München-Ost das Straßennetz Richtung Stadt,
also die Autobahnen A 94, A 99, A 9, sowie die Bundesstraße
B 304 über Haar in die Stadt und die Staatstraße St 2028,
die die A99 direkt mit der Messe verbindet. Der Clou: Die Anzeige
bzw. das abgebildete Straßennetz ist in 67 Segmente mit Leuchtdioden
aufgeteilt, die immer dort rot aufleuchten, wo gerade Staugefahr oder
Stau herrschen. Die Verkehrsteilnehmer können nun entscheiden,
welche Route sie nehmen. Davon werden hauptsächlich Pendler
profitieren, die zwar ortskundig sind, aber immer wieder unerwartet
im Stau landen, sagt MOBINET-Arbeitsbereichsleiter Christoph
Hecht. Dieses System ist eine bundesweite Premiere, ähnliche
Tafeln verrichten bisher lediglich in Japan und den Niederlanden ihre
Dienste.
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Im Westen viel Neues
Im Westen gibt es ebenfalls Neues, genauer auf der A 8 aus Richtung
Stuttgart. Hier arbeitet die zweite Novität, die Sektorsteuerung.
Bereits sechs Kilometer vor der Stadt, am Autobahndreieck Eschenried,
gibt ein Wechselwegweiser Informationen über die Verkehrssituation
am Autobahnende und in der Stadt. Bildet sich etwa am Hauptstadteingang
Menzinger Straße ein Rückstau, der die Reisezeit im Vergleich
zur nördlichen Route erheblich verlängert, erhält
man bereits auf der Autobahn die Empfehlung, besser die A 99-Tangente
zu nehmen und über den Norden in die Stadt zu fahren.
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Eine der Herausforderungen von MOBINET ist, die städtischen
Verkehrsdaten an die staatliche Verkehrsrechnerzentrale in Freimann
anzubinden, um die notwendige systemübergreifende Verkehrsinformation
vornehmen zu können, sagt Reiner Scharrer von der Obersten
Baubehörde im Innenministerium. Erst dadurch werden aktuelle
Verkehrsinformationen und entsprechende Verkehrssteuerungen unter
Berücksichtigung der unterschiedlichen Belange von Stadt und
Land möglich.
Verkürzte Stauzeiten
Ziel ist, den Verkehr auf den überlasteten Haupteinfallstraßen
zu entzerren und damit Stauzeiten zu verkürzen oder ganz zu verhindern.
Aktuelle Prognosen unterstreichen den Bedarf dieser Art von intelligenter
Verkehrssteuerung: Sie sagen bis 2015 im Vergleich mit 1995 einen
Anstieg des Verkehrs auf Bayerns Autobahnen um 25 Prozent voraus.
In München rechnet man mit Spitzenwerten von mehr als 150.000
Fahrzeugen pro Tag, angezogen von der neuen Messe, dem Flughafen und
der neuen Allianz-Arena.
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Am Mittleren Ring wird auch schon gearbeitet:
Bald werden auch an den Autobahnenden A 95 und A 96 unter dem Projektnamen
RingInfo Tafeln aufgebaut, die ähnlich wie NetzInfo mit roten
Leuchtanzeigen staugefährdete Abschnitte und Staus auf dem Mittleren
Ring angeben. Wer also 2005, wenn die Bundesligaspiele in den Norden
Münchens verlegt sind, aus Garmisch oder Lindau anreist, um die
Bayern oder Löwen anzufeuern, wird sich bereits am Autobahnende
entscheiden können: Erreicht man das Stadion bei Fröttmaning
besser über den Osten oder über den Westen des Mittleren
Rings. Vielleicht bleibt dann sogar noch Zeit, vor dem Spiel einen
Obatzten zu genießen. |
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