Seit Jahren gibt es für die Freundinnen Meike und Nina aus Straubing einen festen Termin: Jeden ersten Dienstag im Monat nehmen sich die beiden frei, setzen sich ins Auto und fahren nach München, um auf „Kultour“ zu gehen, wie sie es nennen. Für den Vertriebsmann Hermann Kolbe* aus dem Allgäu steht eher die Pflicht im Vordergrund: Etwa einmal die Woche sucht er Einzelhändler im Stadtgebiet auf und zeigt seinen Kunden neue Stoffmuster. Heiner und Marie König aus Dasing bei Augsburg fahren mehrmals im Jahr zum Bummeln in die Münchner Innenstadt. Das junge Paar mag antike Möbel und den Viktualienmarkt.
 
   

In allen drei Fällen fahren die Personen mit dem Auto nach München, wollen flexibel sein oder müssen etwas transportieren. Aus unterschiedlichen Gründen wollen oder können Sie auf ihren Wagen nicht verzichten. Alle beschäftigt die gleiche Frage: Wo finde ich tagsüber in der Innenstadt einen gut gelegenen und regulären Parkplatz?


Parkplatzprognose mit PARK-Info

PARK-Info gibt die Antwort. Das neue Informationssystem, in den vergangenen Jahren von MOBINET entwickelt, zeigt die aktuelle Parkplatzsituation in der Münchner Innenstadt an und liefert erstmals auch zuverlässige Prognosen für zukünftige Situationen. Ab sofort kann der Service im Internet unter der Adresse www.parkinfo-muenchen.de abgerufen werden. Der Dienst liefert zusätzlich zu den persönlichen Reisedaten individualisierte Auskünfte zu Park+Ride-Anlagen, Parkhäusern und Parkplätzen an der Straße. Ein Routenplaner und Karten geben Informationen über Anreiseweg, Reisedauer und Kosten.
 

   

Dieter und Inge aus Dasing erfahren hier schon Tage vor ihrer Anreise, dass sie bei ihrer Ankunft um elf Uhr mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem bestimmten Parkhaus noch einen Platz finden werden. Die vier geplanten Parkstunden kosten 6 Euro 50 und der Fußweg über den Rindermarkt zum Viktualienmarkt dauert etwa zwei Minuten. Sie erfahren auch, dass um diese Zeit kaum eine Chance besteht, einen Straßenparkplatz rund um den Viktualienmarkt zu ergattern.

 


Herausforderung Parkplatzsuche


Das Verkehrsaufkommen in München ist beträchtlich: An jedem Werktag finden in München mehr als 1,5 Millionen Einzelfahrten mit motorisierten Verkehrsmitteln statt, die meisten mit dem PKW. Rund ein Drittel davon führen in die Stadt hinein oder hinaus. Diese Autofahrer müssen sich 54.000 Stellplätze an der Straße, 11.000 auf Parkplätzen und in Parkhäusern und 6.800 in den Park+Ride-Anlagen der Peripherie teilen. Ein umfassendes Parkleitsystem, das den Weg zu den nächsten freien Parkplätzen und -häusern weist, gibt es in der Stadt nicht. „Vor MOBINET war praktisch nichts“, sagt Georg Obert von der BMW AG, die maßgeblich an der Entwicklung von PARK-Info beteiligt war.
Nicht ohne Grund schätzten Ende 2002 bei einer Befragung drei Viertel der Autofahrer, die im Umkreis von 100 Kilometern um München wohnen, die Parkplatzsituation in der Innenstadt als schlecht oder äußerst schlecht ein. Die Studie belegt den Bedarf von PARK-Info: So wollen 50 Prozent von fast 300 Befragten Pkw-Fahrern den Dienst wahrscheinlich oder auf jeden Fall nutzen. 67 Prozent wünschen sich die aktuellen Informationen über die Parksituation zum Beispiel als SMS auf ihr Handy geschickt. Unter anderem geben 63 Prozent an, dass sie auch auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen würden, wenn die Parksituation mit dem PKW vom System als sehr schlecht angegeben wird.

 

Komfort für Autofahrer und Nutzen für die Umwelt


Kommerzielle Partner können nun auf Basis der von MOBINET kreierten Parkinformationszentrale (PIZ) ausgefeilte Dienste für mobile Endgeräte wie Handys, Handhelds und Navigationssysteme entwickeln. Damit können die Informationen nicht nur vor der Anreise, sondern auch während einer Fahrt genutzt werden. Mit ihrer Akzeptanz durch die Verkehrsteilnehmer, da sind sich die MOBINET-Experten sicher, besteht eine reelle Chance, dass der überflüssige Parksuchverkehr in der überlasteten Innenstadt abnehmen wird. Gleichzeitig wird ein anderer Effekt auftreten: Allein durch den komfortablen Vergleich mehrerer Parkmöglichkeiten werden mehr Menschen vom Auto auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und Mischformen wie Park+Ride-Angebote nutzen.
Meike und Gabi aus Straubing haben ihre „Kultour“ im April übrigens schon geplant. Das nächste Mal testen sie die Park+Ride-Anlage in Fröttmaning, von der sie erst im Internet durch PARK-Info erfahren haben. Von dort aus dauert es noch eine halbe Stunde mit den Öffentlichen direkt bis zur “Neuen Pinakothek“.
* Alle Namen sind von der Redaktion geändert; Ähnlichkeiten mit lebenden Personen unbeabsichtigt.

 

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