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Dieter und Inge aus Dasing erfahren hier schon Tage vor ihrer Anreise,
dass sie bei ihrer Ankunft um elf Uhr mit hoher Wahrscheinlichkeit
in einem bestimmten Parkhaus noch einen Platz finden werden. Die
vier geplanten Parkstunden kosten 6 Euro 50 und der Fußweg
über den Rindermarkt zum Viktualienmarkt dauert etwa zwei Minuten.
Sie erfahren auch, dass um diese Zeit kaum eine Chance besteht,
einen Straßenparkplatz rund um den Viktualienmarkt zu ergattern.
Herausforderung Parkplatzsuche
Das Verkehrsaufkommen in München ist beträchtlich: An
jedem Werktag finden in München mehr als 1,5 Millionen Einzelfahrten
mit motorisierten Verkehrsmitteln statt, die meisten mit dem PKW.
Rund ein Drittel davon führen in die Stadt hinein oder hinaus.
Diese Autofahrer müssen sich 54.000 Stellplätze an der
Straße, 11.000 auf Parkplätzen und in Parkhäusern
und 6.800 in den Park+Ride-Anlagen der Peripherie teilen. Ein umfassendes
Parkleitsystem, das den Weg zu den nächsten freien Parkplätzen
und -häusern weist, gibt es in der Stadt nicht. Vor MOBINET
war praktisch nichts, sagt Georg Obert von der BMW AG, die
maßgeblich an der Entwicklung von PARK-Info beteiligt war.
Nicht ohne Grund schätzten Ende 2002 bei einer Befragung drei
Viertel der Autofahrer, die im Umkreis von 100 Kilometern um München
wohnen, die Parkplatzsituation in der Innenstadt als schlecht oder
äußerst schlecht ein. Die Studie belegt den Bedarf von
PARK-Info: So wollen 50 Prozent von fast 300 Befragten Pkw-Fahrern
den Dienst wahrscheinlich oder auf jeden Fall nutzen. 67 Prozent
wünschen sich die aktuellen Informationen über die Parksituation
zum Beispiel als SMS auf ihr Handy geschickt. Unter anderem geben
63 Prozent an, dass sie auch auf öffentliche Verkehrsmittel
umsteigen würden, wenn die Parksituation mit dem PKW vom System
als sehr schlecht angegeben wird.
Komfort für Autofahrer und Nutzen für die
Umwelt
Kommerzielle Partner können nun auf Basis der von MOBINET kreierten
Parkinformationszentrale (PIZ) ausgefeilte Dienste für mobile
Endgeräte wie Handys, Handhelds und Navigationssysteme entwickeln.
Damit können die Informationen nicht nur vor der Anreise, sondern
auch während einer Fahrt genutzt werden. Mit ihrer Akzeptanz
durch die Verkehrsteilnehmer, da sind sich die MOBINET-Experten
sicher, besteht eine reelle Chance, dass der überflüssige
Parksuchverkehr in der überlasteten Innenstadt abnehmen wird.
Gleichzeitig wird ein anderer Effekt auftreten: Allein durch den
komfortablen Vergleich mehrerer Parkmöglichkeiten werden mehr
Menschen vom Auto auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen
und Mischformen wie Park+Ride-Angebote nutzen.
Meike und Gabi aus Straubing haben ihre Kultour im April
übrigens schon geplant. Das nächste Mal testen sie die
Park+Ride-Anlage in Fröttmaning, von der sie erst im Internet
durch PARK-Info erfahren haben. Von dort aus dauert es noch eine
halbe Stunde mit den Öffentlichen direkt bis zur Neuen
Pinakothek.
* Alle Namen sind von der Redaktion geändert; Ähnlichkeiten
mit lebenden Personen unbeabsichtigt.
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