Die fast 7.000 Park+Ride-Plätze im Münchner Stadtgebiet sind beliebt. Nicht nur bei den MVV-Pendlern, sondern auch bei An-wohnern und Kurzparkern. Nach der Einführung eines gestaffelten Entgelts ist nun wieder mehr Platz für echte Umsteiger

 
 
An der Park+Ride-Anlage „Klinikum Großhadern“ erfolgte im August 2000 ein chirurgischer Eingriff: 50 Cent mussten die Benutzer dieser vormals kostenfreien Parkanlage für U-Bahn-Umsteiger bezahlen. Der Eingriff war erfolgreich: Waren die 300 Parkplätze davor schon früh-morgens belegt, ist nun auch nach acht Uhr wieder Platz für echte Umsteiger. Sogar der ADAC versah die Anlage im Mai 2003 mit dem Prädikat „benutzerfreundlich“ als erster P+R-Platz in Deutschland.  

„Die Zweckentfremdung hat sich reduziert“, stellt Wolfgang Großmann, Geschäftsführer der P+R Park&Ride GmbH fest. Das Unternehmen betreibt insgesamt 28 Parkplätze, Parkhäuser und Tiefgaragen für MVV-Kunden innerhalb der Stadtgrenzen, die zusammen 7.000 Fahr-zeugen Platz bieten. Sieben dieser Anlagen wurden im August 2002 kostenpflichtig, ein Versuch im Rahmen von MOBINET für die Dauer von zwei Jahren.


Sinnvolle Staffelung mit niedrigen Entgelten


Die Entgelte wurden in zwei Zonen gestaffelt, nach dem Prinzip „je näher am Zentrum, umso teurer". In den äußeren Bezirken zahlt man 50 Cent pro Benutzung mit einer Parkdauer von einem Tag, bzw. 75 Euro für ein ganzes Jahr, in den innenstadtnahen Gebieten einen Euro pro Tag. Die MOBINET-Forscher haben überprüft, ob die Pendler mit dieser Maßnahme die weiter außen gelegenen P+R Plätze stärker nutzen. Der Effekt trat tatsächlich ein, besonders stark im Norden der Stadt: Nachdem etwa im P+R-Parkhaus Fröttmaning die Gebühr ein-geführt worden war, parkten viele Pendler bereits auf dem kostenfrei-en Garchinger P+R-Platz, der zuvor nur zu einem Drittel ausgelastet war. Die Pendler legten also weniger Straßen-, dafür mehr Schienen-kilometer zurück.


Umverteilung der Kosten


So bleibt das Entgelt auch nach dem zweijährigen Test: Die sieben Anlagen sind heute noch kostenpflichtig. Der Stadtrat hat Anfang 2003 beschlossen, vier weitere P+R-Anlagen mit dem gleichen, ge-staffelten Entgelt zu belegen, und es vielleicht in Zukunft auf weitere Anlagen auszudehnen.

  Immerhin: Die Stadt kostet der Unterhalt eines Parkplatzes rund 300 Euro im Jahr. So bleibt das Entgelt ein modera-ter Beitrag der Parker an den tatsächlichen Kosten – verglichen mit den 2,50 Euro pro Stunde im Stadtgebiet. Und der Preis soll nicht steigen: „Wir wollen ja nach wie vor den Service aufrechterhalten,“ betont Großmann. „Unsere Kunden verjagen, das kann schließlich nicht in unserem Sinn liegen.“




Kontakt


Wolfgang Großmann
P+R Park&Ride GmbH
w.grossmann@parkundride.de
www.parkundride.de
 
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