Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen, ist oft mehr als reine Fortbewegung.
Da man sich nicht um das Fahren kümmern muss, bleibt endlich Zeit für
all die Dinge, zu denen man sonst nicht kommt.


 
 
Denken Nichts tun, nur sitzen und schauen. Vorbeiziehende Landschaften und das regelmäßige Rattern des Zuges laden unser Gehirn zum entspannten Sinnieren ein. Im seligen Zustand zwischen Wachen und Schlafen kann man wunderbar seinen Gedanken nachhängen, kommt körperlich zur Ruhe und kann gleichzeitig geistig aktiv sein. Die kontemplative Atmosphäre regt an: Zum Nachdenken, Sinnieren, Phantasieren, Reflektieren.  

Flirten Ganze Bücher und Lieder wurden schon über Begegnungen in Bahnen und Bussen geschrieben. Der Gegensatz zwischen unpersönlicher Öffentlichkeit und räumlicher Nähe schafft den perfekten Rahmen für ein Gespräch zwischen Fremden. Und wo sonst hat man die Gelegenheit, Blicke mit seinem Gegenüber auszutauschen, ohne dass es aufdringlich wirkt? So entstehen Bekanntschaften und Lieben täglich hundertfach neu. Oft es ist es auch nur das flüchtige Aufeinandertreffen, ein Blick oder ein Lächeln, an das man sich noch Tage danach gerne erinnert.

Kreativ sein Die besten Geschichten erlebt man auf Reisen. Liebe, Drama und Wahnsinn lassen sich diskret beobachten und in kreatives Potenzial verwandeln. Skurrile Gesichter animieren zu Skizzen, streitende Ehepaare liefern den Stoff für die nächste Kurzgeschichte und der wabernde Klangteppich aus Gesprächen und Fahrgeräuschen wird zum Musikstück umgearbeitet. Jack Kerouac hat dem Reisen als Kreativprozess und Daseinsform mit seinem Werk „On the Road“ ein Denkmal gesetzt. Fast jeder trägt aber auch seine ganz persönlichen Road- und Railmovies mit sich herum.

 

Ungestört Arbeiten Reisezeit ist pure Arbeitszeit. Keine klingelnden Telefone, Meetings, nervenden Kollegen und drängelnden Kunden. In S-Bahn und im Zug lassen sich hervorragend Termine vorbereiten, Projekte erarbeiten, Präsentationen erstellen und Aufgaben delegieren. Dank der eingeschränkten Erreichbarkeit und der modernen Technik sind
Zug- und Bahnfahrten eine ideale Auszeit für konzentriertes Arbeiten.


Lesen
Die Dichte an lesenden Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Haltestellen wird nur noch in Bibliotheken übertroffen. Züge und Busse sind Leseoasen – jedenfalls solange Videodisplays nur einen geringen Teil der Sitzplätze erobert haben. Nichts ist schöner, als sich die Reisezeit mit dem Lieblingsroman zu versüßen oder endlich einmal die Tageszeitung komplett durchzuarbeiten.

Extra-Tipp der Redaktion:
Das Straßenbahnpicknick Man nehme am Sonntagmorgen einen gut gefüllten Picknickkorb, ziehe ein Ticket, besteige eine Straßenbahn mit Panoramablick in der Linienführung und lasse sich bei gutem Essen in München herumchauffieren. Es gibt eine Menge zu sehen – nicht nur für Touristen!
 
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