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Zahlreiche MOBINET-Projekte
haben Innovationen rund um das 442 Kilometer lange Streckennetz erprobt.
Ihr Ziel: Eine höhere Attraktivität und bessere Anbindung
für alle.
Ein Bienenstock erscheint wie ein Ort der Ruhe gegen den Verkehr in
München. Täglich bewegen sich hier Menschen mehr als drei
Millionen Mal von einem Ort zum anderen innerhalb der Stadt,
in sie hinein oder aus ihr heraus. Fast die Hälfte der Fahrten
findet mit dem Auto statt. Staus in Stoßzeiten und notorischer
Parkplatzmangel in der Stadt sind die bekannten Folgen. Ohne Öffentlichen
Personen-Nahverkehr (ÖPNV) wäre der Verkehr in der Münchner
Region nicht zu bewältigen.
Zahlreiche MOBINET-Projekte haben sich daher mit der Optimierung des
ÖPNV im Großraum München beschäftigt. Und wie
es sich für ein Forschungsprojekt gehört, immer mit einem
Ziel vor Augen: Die Verkehrsmittel sollen für möglichst
viele Menschen erreichbar und vom Start bis zum Ziel lückenlos
miteinander kombinierbar sein.
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Angesichts des weiter
zunehmenden Individualverkehrs müssen die öffentlichen Verkehrsmittel
attraktiver werden, meint Jürgen Braun von der Technischen
Universität München. Der MOBINET-Forscher vom Lehrstuhl
für Verkehrstechnik spricht in diesem Zusammenhang vom Pull"-Effekt:
Die Fahrgäste sollen durch gezielte Verbesserungen des ÖPNV
motiviert werden, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen.
Leider reicht das nicht immer, um die gewünschte Wirkung zu erzielen:
Mit Push-Maßnahmen sollen die Menschen auch mit
sanftem Druck zur Nutzung des ÖPNV gedrängt werden. |
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Erste Wahl im Großraum München: die S-Bahn
Für den Großraum München ist die S-Bahn das
Rückgrat des ÖPNV, erklärt Braun, und bezieht
sich dabei auf eine Umfrage aus den Anfangstagen von MOBINET. Die
S-Bahn sei besonders wichtig und mit besonders hohen Erwartungen der
Menschen verbunden. Wichtige Kriterien seien die Pünktlichkeit
der Züge und die gute Erreichbarkeit der S-Bahnhöfe. Das
wissen auch die Betreiber der S-Bahnen, die Deutsche Bahn AG und der
Freistaat. Rund 280 Millionen Euro investieren sie in den Ausbau der
Infrastruktur: Neue Signalsysteme, Strecken, Gleise, Haltestellen
und Wagen sowie schnellere Takte.
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Die Ertüchtigung der
Stammstrecke durch ein völlig neues Signalsystem ist die derzeit
bekannteste Maßnahme. Damit wird ein schnellerer Takt möglich,
der die Zeit bis zur Fertigstellung der zweiten Tunnelröhre überbrückt.
Erst dieser Bau beseitigt das Nadelöhr Stammstrecke
des Münchner S-Bahnsystems. |
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Schnellere Eintaktung nach Störfällen
Wie hoch die Erwartungen an die S-Bahn sind, zeigen die Proteststürme
der Fahrgäste, wenn etwas schief geht - etwa, wenn ein schadhaftes
Fahrzeug die Strecke blockiert, ein Sturm Bäume auf die Gleise
wirft oder Tiefsttemperaturen die Weichen einfrieren lassen. Die Züge
kommen aus dem Takt und wie ein Dominoeffekt breiten sich die Verzögerungen
über das S-Bahnnetz aus. MOBINET entwickelte eine Software für
das Störfallmanagement (SALTOS), mit der es möglich ist,
nach einem Störfall möglichst schnell wieder in den korrekten
Fahrplan-Takt zurückzukommen. Dabei wird außerdem berücksichtigt,
dass dort, wo die meisten Fahrgäste warten, auch am schnellsten
gehandelt werden muss. Außerdem ermöglicht SALTOS eine
bessere Information der Reisenden: Die nächsten Abfahrtszeiten
nach einer Störung können relativ genau vorhergesagt werden.
Ruf- und Sammelbusse für das Umland
Wer heute im Landkreis Erding einen S-Bahnhof erreichen will, kann
sich auf zwei Busstrecken so genannter Sammel- oder Rufbusse bedienen.
Das Prinzip ist einfach: Dort, wo Haltestellen nur selten benutzt
werden, fährt der Bus zunächst eigentlich gar nicht vorbei.
Der Fahrgast meldet sich telefonisch an, wann und an welcher Bedarfs-Haltestelle
er wartet und der Bus holt ihn dann dort gezielt ab.
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MOBINET hat das logistische
System entwickelt, welches dem Busfahrer automatisch anzeigt, wo er
aktuell vorbeifahren muss. Der Effekt: Statt Buslinien wegen der Kosten
ganz einstellen zu müssen, weil außerhalb der Hauptverkehrszeiten
zu wenige Gäste mitfahren wollen, richten sich die Betreiber
konkret nach dem Bedarf. Der Bus fährt wirtschaftlicher und der
Fahrgast kommt trotzdem zuverlässig
zum nächsten S-Bahnhof. Dieser Service wird auch nach dem offiziellen
Projektende von MOBINET weitergeführt werden. |
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Mit Ride+Bike
in der Region und der City
Etwa 38.000 Fahrräder parken täglich allein in der Stadt
an U- und S- Bahnhöfen. Es könnten mehr sein, wenn ausreichend
attraktive Bike-gerechte Abstellplätze vorhanden wären.
Seit Frühjahr 2002 gibt es in Grafing-Bahnhof eine erste von
MOBINET entwickelte moderne Bike+Ride-Anlage. Mit einer modernen Stahl-Glas-Konstruktion
wettergeschützt überdacht, bieten dort stabile Fahrradständer
die Möglichkeit, das Rad sicher zu befestigen. Waren vor der
Maßnahme nur drei Prozent der Fahrradpendler zufrieden
mit den Abstellmöglichkeiten, waren es ein Jahr nach der |
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Eröffnung zwei Drittel. Das Bike+Ride-Angebot wird jetzt auch
von Innenstadtpendlern genutzt, die vorher mit dem Auto gefahren sind.
Die Erfahrungen mit Grafing-Bahnhof dienen nun zur Planung weiterer
Bike+Ride-Anlagen im gesamten MVV-Gebiet. Die zweite Anlage wird derzeit
an der U-Bahn-Haltestelle Kieferngarten gebaut und demnächst
in Betrieb genommen. |
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Berufspendler
nutzen Park+Ride
Park+Ride ist eine beliebte Möglichkeit, mit der S-Bahn in die
Innenstadt zu fahren und den S-Bahnhof im Außenbereich dennoch
bequem mit dem Auto zu erreichen. Doch die Auslastung der P+R-Plätze
ist je nach Standort sehr unterschiedlich. Je näher an der Stadt,
desto geringer die Aussichten, noch einen Platz zu finden. Weiter
draußen, und damit näher bei den Wohnorten, sind häufig
noch Kapazitäten frei. Seit Mitte 2000 wurden im Rahmen von MOBINET
gestaffelte Entgelte getestet. Die Regel: Je früher die Autofahrer
P+R benutzen, umso günstiger fallen nach dem Prinzip von Angebot
und Nachfrage die Gebühren aus. Damit kann einer Fehlnutzung
der P+R-Plätze entgegengewirkt werden und Pendler fahren verhältnismäßig
mehr auf der Schiene als auf der Straße. Mit den Einnahmen wird
die Instandhaltung und der Ausbau der P+R-Anlagen unterstützt. |
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