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„Für meinen neuen Sportwagen ist die Strecke zwischen Garage und S-Bahnhof einfach zu kurz“, witzelt Peter Blomberg*. Aber auch die Fahrt von seiner Grafinger Wohnung zum Büro in der Innenstadt lohnt mit seinem knallroten Flitzer kaum. Das Parken auf öffentlichen Stellplätzen oder im Parkhaus ist zeitraubend und mit hohen Kosten verbunden. Als dann noch ein Strafzettel hinter der Windschutzscheibe klemmte, begann er, sich über Alternativen Gedanken zu machen.
 
    Die ganze Strecke in die City bei Wind und Wetter mit dem Rad zu fahren, dauert zu lang.
Und das hochwertige Rennrad tagsüber unbewacht am Bahnhof stehen zu lassen, um mit der S-Bahn zu fahren, ist Blomberg zu riskant. Die Argumente für den Aufstieg aufs Radl flatterten ihm schließlich mit einem Faltblatt ins Haus: Eine neue Bike+Ride-Anlage am Grafinger Bahnhof bietet gut zugängliche und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
 

   

Die Anlage entstand im Rahmen eines von MOBINET entwickelten Maßnahmen-Pakets, mit dem Pendler dazu motiviert werden sollen, vom eigenen Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Es gibt in München nur wenig Möglichkeiten, Räder sicher und wettergeschützt unterzubringen. Im MVV-Gebiet parken täglich rund 38.000 Fahrräder an U- und S-Bahnhaltestellen. Die Besitzer stellen ihre Drahtesel jedoch oft kreuz und quer an Zaunlatten und Verkehrsschildern ab und versperren so Durchgänge und Treppen.

   


      

Dieses Chaos ist in Grafing passé.
Seit November 2001 gibt es hier eine moderne Bike+Ride-Anlage. Mit einer niedrigen Stahl-Glas-Konstruktion wettergeschützt überdacht, bieten dort massive Fahrradständer die Möglichkeit, das Rad diebstahlsicher zu befestigen.

Bei einer Befragung im Oktober 2002 äußerten sich annähernd zwei Drittel der Nutzer „vollkommen zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Vor dem Umbau erklärten sich lediglich drei Prozent „sehr zufrieden“ – „vollkommen zufrieden“ war kein einziger. Die Bewertung der gesamten Anlage stieg nach dem Umbaumaßnahmen von der Schulnote 3,8 (1999) auf respektable 2,0 im Jahr 2002. Den größten Sprung in der Gunst machte das äußere Erscheinungsbild: Für Gestaltung, Optik, Beleuchtung und Sauberkeit erteilten die Befragten ebenfalls durchweg bessere Noten. Vordringlicher Wunsch war die Errichtung diebstahlsicherer Fahrradständer. Umso erfreulicher, dass nach dem Umbau entsprechende Stellplätze das Umsteigen auch auf hochwertige Räder erleichtern.

 

   

Positiver Effekt für die Umwelt:
Das Bike+Ride-Angebot wird jetzt auch von solchen Pendlern genutzt, die vorher mit dem eigenen Auto zum Bahnhof oder direkt in die Stadt gefahren sind. So wie Peter Blomberg, der seinen Ferrari jetzt nur noch für längere Dienstfahrten oder Spritztouren ins Grüne nutzt. Auf Schnelligkeit muss der Steuerberater dennoch nicht verzichten. Mit seinem Rennrad erreicht er den drei Kilometer entfernten Bahnhof in gerade mal sieben Minuten. Mit dem Auto dauert die Fahrt inklusive Parkplatzsuche und Fußmarsch zum Bahnsteig fast doppelt so lange.

Die neuen Bike+Ride-Anlagen werden von einer wachsenden Zahl von Verkehrsteilnehmern genutzt und unterstützen umweltverträgliches Mobilitätsverhalten. Ein weiteres Fahrradparkhaus soll in den kommenden Monaten am U-Bahnhof Kieferngarten gebaut werden.

 

*Name von der Redaktion geändert.

 

   

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