Fast jeder, der nach München fährt oder München auf dem Weg in den Urlaub passiert, nutzt den Mittleren Ring. Heute übernimmt der Ring wichtige Verteilerfunktionen im städtischen Straßennetz.


Angefangen hat alles aber schon vor Hunderten von Jahren.

 
 
  Verkehr war schon immer der Pulsschlag für München. Nicht Bodenschätze und nicht die Landwirtschaft waren es, die München reich machten. Am Knotenpunkt zwischen Salzstraße und der Isar war es die günstige Lage, seit Anfang des 13. Jahrhunderts aus dem Dorf eine Stadt heranwachsen ließ.

Rollten im Jahr 1370 noch Gespanne mit 100.000 Scheiben Salz durch die Stadt, waren es 1615 schon 168.000. Das Spektrum der Güter und ihr Volumen wuchs mit den Jahren stets weiter. Und mit ihnen die Stadt und ihr Verkehrsaufkommen.

Die Nachkriegsjahre


Im Jahr 1946, als die Uhren nach dem Krieg weitgehend auf Null gestellt waren, entwickelte der damalige Stadtbaurat Karl Meitinger die Idee vom Mittleren Ring als Teil eines Konzepts von den drei Straßenringen um München: der Altstadtring, der Mittlere Ring und ein die Stadt weiträumig umfahrender Autobahnring.

Vor genau 40 Jahren begannen die Ausbauarbeiten an der Richard-Strauss-Straße. In den Sechzigern folgten die Leuchtenbergunterführung, der Isarring, Candidauffahrt und Candidtunnel, Anfang der Siebziger dann die Donnersbergerbrücke sowie die Unterführung der Plinganser- und der Passauerstraße.

Auch für den Mittleren Ring gab die Olympiade 1972 den entscheidenden Schwung. Rechtzeitig zu den Spielen wurden im Westen und Norden Landshuter Allee, Georg-Brauchle-Ring und Petuelring fertig gestellt. Der Ring war geschlossen.

 
Das Jahrzehnt der Tunnel

Die Achtziger waren das Jahrzehnt der Tunnel (Landshuter Allee, Trappentreu und Brudermühl). Viele Kreuzungen als Nadelöhre für den fließenden Verkehr konnten damit beseitigt werden. Diese Tendenz wurde mit dem Bürgerentscheid von 1996 bekräftigt.

Auch das erste Jahrzehnt dieses Jahrtausends steht ganz im Zeichen großer Tunnelprojekte. Der Petueltunnel wurde unlängst fertig gestellt, mit den Vorarbeiten für den Richard-Strauss-Tunnel wurde bereits begonnen. Das vorerst letzte große Projekt ist die Röhre unter dem Luise-Kiesselbach-Platz.
 
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