Seit drei Monaten ist Meike Delitzer* glückliche Mutter. Ihre kleine Laura ist quietschfidel und kerngesund. Doch mit der Kleinen wird die tägliche Fortbewegung deutlich komplizierter.

Familie Delitzer hat vor Kurzem vor den Toren Münchens gebaut. Der Weg in die Stadt ist nun länger. Und fast immer ist der Kinderwagen dabei. Jede neue Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln gerät damit zum kleinen Abenteuer: Gibt es einen Aufzug? Wo sind Rolltreppen? Bekomme ich den Anschluss rechtzeitig? Wo kann ich Park & Ride nutzen?!

 

Zum Glück haben die Delitzers zu Hause einen Internetanschluss. Am 22. November geht die neue Elektronische Fahrplanauskunft EFA des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) an den Start. Damit kann Meike Delitzer erstmals ihren Weg in die Stadt von Tür zu Tür planen. Das heißt: Sie gibt ihre Wohn- und die Zieladresse ein, bekommt die nächst gelegenen Haltestellen angezeigt und den jeweiligen Fußweg dorthin. Und auch noch mehrere alternative Routen bis zum Ziel.

Auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt

Die Auskunft kann sie ihren unterschiedlichen Bedürfnissen anpassen. Weil Meike Delitzer mit dem Kinderwagen unterwegs ist, wählt sie die Gehgeschwindigkeit „langsam". Entsprechend ändert sich die angezeigte Auskunft mit längeren Zeiten für die Fußwege und angepassten Verbindungen. Außerdem braucht sie wegen des Babyvehikels jetzt Busse mit niedrigem Einstieg und U-und S-Bahnhöfe mit Aufzug. Will sie etwa von der Prinzregentenstraße 12 in die Maximiliansstraße 47 erhält sie mehrere Alternativen, erklärt Peter Miller vom MOBINET-Partner Mentz Datenverarbeitung. Entweder sie fährt mit dem Bus und nimmt einen etwas längeren Fußweg in Kauf. Oder sie fährt mit der U4 bis Lehel, weiß dann aber, dass ihr Fußweg wegen der Benutzung des Aufzugs ein paar Minuten länger dauert. Bei schönem Wetter wird sich Meike Delitzer sicher für die Kombination Fußweg und Bus entscheiden, statt in den Untergrund zu gehen.

Ebenfalls neu und bald in Betrieb bei der Fahrplanauskunft: Meike Delitzer kann ihre Vorauswahl in einem persönlichen Profil abspeichern. Startet sie später wieder eine Abfrage, braucht sie ihre Vorlieben nicht mehr einzugeben.

Mit Technik zum Komfort


Seit 1998 ist die Fahrplanauskunft im Internet abrufbar: Heute stellen Fahrgäste etwa 25.000 Anfragen pro Tag mit rund 100.000 Auskünften. Um dieses erfolgreiche und komfortable Informationssystem weiter zu verbessern, haben die MOBINET-Mitarbeiter des MVV und der Firma Mentz Datenverarbeitung in den vergangenen drei Jahren rund 4.000 Haltestellen in und um München durchgecheckt. Die Formel ist einfach: Je ausführlicher die Routenplanung, desto mehr Daten braucht das System. Umsteigeknoten wie der Marienplatz gestalten sich dabei naturgemäß kompliziert: Hier treffen S- und U-Bahn, Bus und Taxi aufeinander. Jetzt ist hier jeder erdenkliche Weg zwischen den Verkehrsmitteln kartiert und mit Umsteigezeiten belegt.

Gleichzeitig wurde der Stadtplan durchforstet nach Fußwegen, die bisher in den elektronischen Kartenwerken noch nicht erfasst sind, etwa Fußgängerpassagen, -brücken und -unterführungen. Die Datenwerke der so genannten Georeferenzsysteme sind in erster Linie für den Autoverkehr entwickelt worden und arbeiten zum Beispiel in Bord-Navigationssystemen. Erst mit den Fußgängerdaten und weiteren neuen weiteren Details wurde die Tür-zu-Tür-Auskunft möglich.
Mobilitätseingeschränkte Menschen besser informiert.

Der neue Service hilft jedem, der sich effizienter im Münchner Verkehrsnetz bewegen will. „Besonders profitieren mobilitätseingeschränkte Personen“, freut sich Regina Schmidt, MOBINET-Mitarbeiterin beim MVV. Dazu zählen körperlich behinderte Personen genauso wie Senioren, Fahrgäste mit viel Gepäck und eben: Eltern mit Kinderwagen.

Mit der neuen Fahrplanauskunft hat Meike Delitzer auch herausbekommen, dass die S-Bahn-Haltestelle Isartor zu denen gehört, die noch über keinen Aufzug verfügen. Die sympathische Hebamme, bei der ab Dezember immer mittwochs die Babygymnastik stattfindet, hat aber ausgerechnet dort ihre Praxis. Also wird sie die nächsten Tage mit der Fahrplanauskunft eine alternative Anreise ausbaldowern.

*Name von der Redaktion geändert

Kontakt:
Regina Schmidt
Konzeption
Tel.: (089) 210 33-236
regina.schmidt@mvv-muenchen.de

Die neue Fahrplanauskunft



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