 |
Zum Glück haben die Delitzers zu Hause einen Internetanschluss.
Am 22. November geht die neue Elektronische Fahrplanauskunft EFA
des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) an den Start.
Damit kann Meike Delitzer erstmals ihren Weg in die Stadt von Tür
zu Tür planen. Das heißt: Sie gibt ihre Wohn- und die
Zieladresse ein, bekommt die nächst gelegenen Haltestellen
angezeigt und den jeweiligen Fußweg dorthin. Und auch noch
mehrere alternative Routen bis zum Ziel.
Auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt
Die Auskunft kann sie ihren unterschiedlichen Bedürfnissen
anpassen. Weil Meike Delitzer mit dem Kinderwagen unterwegs ist,
wählt sie die Gehgeschwindigkeit langsam". Entsprechend
ändert sich die angezeigte Auskunft mit längeren Zeiten
für die Fußwege und angepassten Verbindungen. Außerdem
braucht sie wegen des Babyvehikels jetzt Busse mit niedrigem Einstieg
und U-und S-Bahnhöfe mit Aufzug. Will sie etwa von der Prinzregentenstraße
12 in die Maximiliansstraße 47 erhält sie mehrere Alternativen,
erklärt Peter Miller vom MOBINET-Partner Mentz Datenverarbeitung.
Entweder sie fährt mit dem Bus und nimmt einen etwas längeren
Fußweg in Kauf. Oder sie fährt mit der U4 bis Lehel,
weiß dann aber, dass ihr Fußweg wegen der Benutzung
des Aufzugs ein paar Minuten länger dauert. Bei schönem
Wetter wird sich Meike Delitzer sicher für die Kombination
Fußweg und Bus entscheiden, statt in den Untergrund zu gehen.
Ebenfalls neu und bald in Betrieb bei der Fahrplanauskunft: Meike
Delitzer kann ihre Vorauswahl in einem persönlichen Profil
abspeichern. Startet sie später wieder eine Abfrage, braucht
sie ihre Vorlieben nicht mehr einzugeben.
Mit Technik zum Komfort
Seit 1998 ist die Fahrplanauskunft im Internet abrufbar: Heute stellen
Fahrgäste etwa 25.000 Anfragen pro Tag mit rund 100.000 Auskünften.
Um dieses erfolgreiche und komfortable Informationssystem weiter
zu verbessern, haben die MOBINET-Mitarbeiter des MVV und der Firma
Mentz Datenverarbeitung in den vergangenen drei Jahren rund 4.000
Haltestellen in und um München durchgecheckt. Die Formel ist
einfach: Je ausführlicher die Routenplanung, desto mehr Daten
braucht das System. Umsteigeknoten wie der Marienplatz gestalten
sich dabei naturgemäß kompliziert: Hier treffen S- und
U-Bahn, Bus und Taxi aufeinander. Jetzt ist hier jeder erdenkliche
Weg zwischen den Verkehrsmitteln kartiert und mit Umsteigezeiten
belegt.
Gleichzeitig wurde der Stadtplan durchforstet nach Fußwegen,
die bisher in den elektronischen Kartenwerken noch nicht erfasst
sind, etwa Fußgängerpassagen, -brücken und -unterführungen.
Die Datenwerke der so genannten Georeferenzsysteme sind in erster
Linie für den Autoverkehr entwickelt worden und arbeiten zum
Beispiel in Bord-Navigationssystemen. Erst mit den Fußgängerdaten
und weiteren neuen weiteren Details wurde die Tür-zu-Tür-Auskunft
möglich.
Mobilitätseingeschränkte Menschen besser informiert.
Der neue Service hilft jedem, der sich effizienter im Münchner
Verkehrsnetz bewegen will. Besonders profitieren mobilitätseingeschränkte
Personen, freut sich Regina Schmidt, MOBINET-Mitarbeiterin
beim MVV. Dazu zählen körperlich behinderte Personen genauso
wie Senioren, Fahrgäste mit viel Gepäck und eben: Eltern
mit Kinderwagen.
Mit der neuen Fahrplanauskunft hat Meike Delitzer auch herausbekommen,
dass die S-Bahn-Haltestelle Isartor zu denen gehört, die noch
über keinen Aufzug verfügen. Die sympathische Hebamme,
bei der ab Dezember immer mittwochs die Babygymnastik stattfindet,
hat aber ausgerechnet dort ihre Praxis. Also wird sie die nächsten
Tage mit der Fahrplanauskunft eine alternative Anreise ausbaldowern.
*Name von der Redaktion geändert
Kontakt:
Regina Schmidt
Konzeption
Tel.: (089) 210 33-236
regina.schmidt@mvv-muenchen.de
Die
neue Fahrplanauskunft
|
 |